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Der beste Pflanzenschutz ist jener, der keinen aktiven Pflanzenschutz-Mitteleinsatz nötig macht, denn das bedeutet immer einen Eingriff in eine Lebensgemeinschaft im Garten.

Und Folgendes ist die beste Maxime beim Thema Pflanzenschutz: Alle Maßnahmen zu ergreifen, die ein gutes Pflanzenwachstum vom Start weg möglich machen. Das sind: richtiger Anbauort und Zeitpunkt, geeignete Sortenwahl und die bestmögliche Bodenvorbereitung mit Kompostunterstützung. Darüber hinaus ist die Pflege der Artenvielfalt und besonders der Anbau von immer wieder blühenden Pflanzen an möglichst vielen Stellen im Garten wichtig.

Dem Insektenbefall vorbeugen

Mit blühenden Pflanzen in Ihrem Garten unterstützen Sie wichtige Nützlinge  und beugen so dem Insektenbefall vor. Achten Sie dabei darauf, Sorten zu wählen, die die Insekten wirklich nähren, also pflanzen Sie möglichst keine gefüllt blühenden Sorten. Denn diese haben nur ganz wenig Nektar und Pollen, so dass sie den Insekten nicht genug Nahrung bieten können. Nützlinge sind Insekten, die andere Insekten, die im Garten Schaden anrichten, auf unterschiedliche Weise angreifen und so deren Population „in Schach halten“. Hier seien beispielhaft einige Nützlinge genannt: Marienkäfer, besonders dessen Larven, Florfliege, Schwebfliege, Sägewespen und verschiedenste Wildbienenarten.

Wenn die zu Beginn des Kapitels erwähnten Ratschläge nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben und die Nützlinge, denen wir ausreichend Zeit zum „Räubern“ gelassen haben, z. B. die schwarzen Bohnenläuse auch nicht eindämmen konnten, dann gibt es immer noch verschiedene, selbst herzustellende Mittel, die helfen ohne zu schaden.

 

1. Wir stellen einen frischen Brennnessel-24 Stunden-Kaltauszug her. Dazu werden frische, nicht blühende Brennnesseln (Urtica dioica) kleingeschnitten in ein Gefäß aus beliebigem Material mit Deckel eingefüllt. Die frischen Pflanzenteile stampfen wir mäßig ein und übergießen diese mit Wasser, damit sie komplett bedeckt sind. Mit dem Deckel verschließen wir das Gefäß, damit sich keine weiteren Bewohner, z.B. Fliegen, die ihre Eier ablegen wollen, einnisten können. Nach ca. 24 Stunden entnehmen wir dieses Brennnessel-Wasser und sprühen damit unsere "verlausten" Pflanzen tropfnass ein, auch die Blattunterseiten. Die Anwendung an einem Blatt-Tag ist sehr angebracht. Die aus den Brennnesseln gelöste Kieselsäure ist der pflanzliche Wirkstoff, der die Läuse "ärgert" und aus den Bohnen vertreibt, sie aber nicht tötet. Eine absolute "Lausfreiheit" werden wir damit nicht erreichen und das ist auch nicht unser Ziel. Denn wir führen mit dieser Anwendung gleichzeitig eine Kräftigung unserer Pflanzen herbei, um sie so in die Lage zu versetzen, wieder genügend Widerstandskräfte zu bilden.

 

 

Wichtig ist beim Brennnessel-24 Stunden-Kaltauszug, dass er immer frisch angesetzt sein muss, wenn er als Pflanzenschutz wirken soll. Das sei noch einmal deutlich erwähnt.Man kann ihn also nicht auf Vorrat zubereiten. Deshalb empfiehlt es sich, im Garten einige Brennnesseln wachsen und sogar blühen zu lassen, denn damit sind Sie nicht nur für den „Notfall“ gerüstet, sondern Sie tun auch den Schmetterlingen etwas Gutes, die für das Ökosystem sehr wichtig sind, jedoch immer schwierigere Lebensbedingungen vorfinden. Denn Brennnesseln sind wichtige Nahrungspflanzen für Schmetterlinge und deren Raupen. Kleiner Fuchs, Admiral, Distelfalter, Tagpfauenauge und Landkärtchen freuen sich deshalb sehr über Brennnesseln und deren Blüten in Ihrem Garten.

Sollten wir nicht den gesamten Kaltauszug sofort verbraucht haben, kann man daraus eine Brennnessel-Jauche herstellen, die der Kräftigung der Pflanze dient, nicht jedoch dem Pflanzenschutz. Dazu rührt man die verbliebene Flüssigkeit möglichst täglich kräftig um. Nach ca. 2 Wochen ist die Brennnessel-Jauche fertig, mit der wir dann düngen können, indem wir diese Jauche verdünnt im Verhältnis 1:10 auf den Boden gießen, bei länger stehenden Kulturen wie Tomaten während der Hauptwachstumszeit im Abstand von 14 Tagen, bei kurzen wie Salat einmal. Verbessert werden kann der Jaucheansatz noch dadurch, dass wir die Kompostpräparate zur Jauche hinzugeben.

Eine weitere Jauchemöglichkeit, die wir zur Pflanzenkräftigung verwenden, ist die Brennnessel-Beinwell-Jauche. Diese Jauche ist nicht ohne Grund sehr bekannt: Sie enthält viel Stickstoff, Kalium, Phosphor, Spurenelemente und ist deshalb zur Pflanzenstärkung ein tolles Rezept.

Hierzu werden Brennnessel und Beinwell (Symphytum officinale) gemeinsam zerkleinert und wie bei der Brennnessel-Jauche in einem Gefäß mit Deckel zubereitet.

Jauchen brauchen zum Verjauchungs-Prozess Sauerstoff: Deshalb ist es wichtig, die Flüssigkeit täglich umzurühren, bis die Kräuterjauche fertig gegoren ist. Das ist dann der Fall, sobald sie nicht mehr schäumt, nach ungefähr 14 Tagen. Es sollte auch ein wenig Gesteinsmehl hinzugegeben werden, um den etwas strengen Geruch zu mildern.

2. Haben wir mit dem Brennessel-Frischauszug keinen ausreichenden Erfolg, dann können wir zu einem Handelsprodukt greifen, das wir auch in der Gärtnerei immer dann einsetzten, wenn nach ausreichender Beobachtung die anderen Mittel nicht den gewünschten Erfolg erzielen. Wir greifen zu „Neudosan Blattlausfrei“.Das ist ein Konzentrat mit einem Wirkstoff natürlichen Ursprungs (515 g/l Kaliseife) zur gezielten Bekämpfung von saugenden Insekten und Spinnmilben an Obst, Gemüse und Zierpflanzen im Freiland und unter Glas. Erfasst werden z.B. Blattläuse, Blattsauger, Weiße Fliege, Rote Spinne und Sitka-Fichtenlaus. Gleichzeitig schont es Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen und Raubmilben und ist für Bienen nicht gefährlich. Die Pflanzen muss man ab Befallsbeginn mit einer 2 %igen Lösung gründlich einsprühen.

An dieser Stelle ist es wichtig, auf Folgendes hinzuweisen, da viele Hobbygärtnernde unter biologischem Pflanzenschutz alle Maßnahmen zur Gesunderhaltung von Pflanzen außer „Pflanzenschutzmitteln" verstehen. Dazu muss man jedoch wissen, dass alle im Handel erhältlichen Mittel gegen Pflanzenkrankheiten und Schädlinge den Begriff „Pflanzenschutzmittel“ tragen (müssen), also auch biologische. Auch beispielsweise Kaliseife-Pflanzenschutzpräparate (im Grunde nur eine Art Schmierseife) zur Blattlausbekämpfung sind also Pflanzenschutzmittel, obwohl sie nützlingsschonend und bei der Anwendung unbedenklich sind (außer man hat eine Allergie gegen Seife oder trinkt 2 Liter davon). 

Pilzkrankheiten wie zum Beispiel echter Mehltau und falscher Mehltau

Echter Mehltau (Erysiphaceen-Arten)

Echter Mehltau wächst oberflächlich auf seinem Wirt. Auf der Blattoberfläche bildet sich ein Pilzgeflecht, das als weißer, abwischbarer Belag erscheint. Durch den Entzug von Nährstoffen welkt das Blatt und fällt schließlich ab. Der echte Mehltau überwintert mit seinem Mycel in den Knospen der befallenen Pflanze und beginnt mit dem Austrieb selbiger wieder zu wachsen. Das heißt, er breitet sich erneut aus. Durch Windverbreitung bilden sich zusätzlich neue Infektionsherde.

Falscher Mehltau (Peronospora-Arten)

Beim so genannten „falschen Mehltau“ entwickelt sich ein gräulich-bläulicher Pilz auf der Blattunterseite. Er ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in der Landwirtschaft und dem Gartenbau Europas eine gefürchtete Pflanzenkrankheit. Der Nährstoffverlust für die Pflanze lässt die befallenen Blätter vergilben und zum Abfall bringen. Falscher Mehltau verbreitet sich vor allem unter feuchtwarmen Bedingungen im Feld und in Glashauskulturen. Auch die Kraut- und Knollenfäule an Kartoffeln sowie die Braunfäule an den Tomaten gehört zu dieser Pilzgattung.

Zur vorbeugenden Bekämpfung von beidem ist die Anwendung eines Schachtelhalm-Warmauszuges angesagt. Wir lassen ca. 200 g Schachtelhalm (frisch oder getrocknete Droge aus der Drogerie) in ca. 2 Liter Wasser auf dem Herd bei kleiner Flamme 1 Stunde köcheln. Hierbei löst sich der kieselsäurehaltige Inhaltsstoff im Wasser auf und wir können nachher mit einer Verdünnung 1:10 unsere Pflanzen frühmorgens - am besten an einem Blatt-Tag - besonders die Blattunterseiten behandeln. Diesen Schachtelhalm-Warmauszug können wir in einer verschlossenen Flasche an einem kühlen, dunklen Ort über längere Zeit (ca. 3 Monate) aufbewahren.

In der biologisch-dynamischen Methode wird zur Pilzvorbeugung empfohlen, eine Schachtelhalm-Anwendung an einem Wurzel-Tag direkt auf den Boden zu sprühen und dies im Herbst und ebenso im Frühjahr durchzuführen. Dadurch werden besondere Sal-Prozesse (Salz) im Boden angeregt. Das führt auch zu einer Kräftigung der Pflanzen, die in diesem so behandelten Boden wachsen.  Denn die alte alchemistische Dreigliederung  Sal - Merkur - Sulfur  (Salz-Quecksilber-Schwefel) wirkt nicht nur auf alle Bodenmineralien, sondern auch auf Pflanzen, Tier und Mensch. In Bezug auf die Pflanzen bedeutet das für den Sal-Zustand: schwer, erdenhaft (wurzelhafter Zustand), für den Merkur-Zustand: geschmeidig, flüssig spiegelnd (blatthafter Zustand), und für den Sulfur-Zustand: luftig, wärmehaft (blütenhafter Zustand). Dies führt R. Steiner im Landwirtschaftlichen Kurs 1924 sehr ausführlich aus.

Als letzte Hilfe, wenn alle vorherigen Empfehlungen nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben, bietet der einschlägige Handel diverse biologische Pflanzenbehandlungsmittel an.

Erwähnt sei noch einmal zum Schluss, dass bei Pilzkrankheiten fast immer nur mit vorbeugenden Maßnahmen ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen ist. Und sowohl für Insektenbefall als auch für Pilzkrankheiten gilt: Je widerstandsfähiger meine Pflanze, desto weniger Pflanzenschutz ist notwendig. D. h. ich richte mein Augenmerk auf die Vorbeugung, beobachte während des Wachstumsverlaufs die Pflanzen und gebe jeweils zum richtigen Zeitpunkt (entsprechende Tageszeit und jeweilige Konstellation) das Hornkieselpräparat, um die Widerstandskraft der Pflanzen zu erhalten und zu stärken.