Nächste Termine

17. 06. 2019, 18:00 Uhr
Gartenkurs mit Peter Berg
19. 08. 2019, 18:00 Uhr
Gartenkurs mit Peter Berg
23. 09. 2019, 18:00 Uhr
Gartenkurs mit Peter Berg
05. 10. 2019, 9:30 Uhr
Kompostkurs in Binzen
19. 10. 2019, 14:30 Uhr
Gemeinsam die Präparate herstellen

der Heliosterra Kalender

Juli 2019
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31 1 2 3 4

Bankverbindung

HeliosTerra e.V.
Bank:
Voba Dreiländereck Lörrach

IBAN:
DE 15 6839 0000 0001 2457 83
BIC:   
VOL0DE66

Herr R. L. aus Bochum Fragt


Ich habe stets mit dem Anbau von Buschbohnen Probleme und bitte Sie um Hilfe.

Nach dem Legen, Säen der Bohnen gehen nur beide Schalenhälften auf, der Trieb, das grüne Triebblatt fehlt. Es ist nur ein Stumpf der so rostbraun ist. Ich habe schon alles mögliche versucht, nur in Blumenerde oder Humus, vergebens. Ich würde mich sehr freuen von Ihnen
 Rat zu bekommen, wie beim ARD Buffet. Mit freundlichen Grüßen!
 

Peter Berg antwortet


Leider haben Sie keine Bilder mitgeschickt, deswegen ist eine eindeutige Diagnose schwierig.
Ich gehe nach Ihrer Schilderung aber davon aus, dass Ihr Problem verursacht wird durch die Bohnenfliege. Diese Fliege kann überall auftreten, am schlimmsten aber da, wo sie im letzten Jahr auch schon war und überwintern konnte. Die Fliege legt ihre Eier ab an die keimenden Samen bzw. an die aufquellenden Keimblätter. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven die während ihrer ca. 2 Wochen dauernden Entwicklungszeit an Keimblättern, Stängel und Wurzelhals fressen. Dadurch entstehen die verbräunten Fraßstellen an den Keimblättern und am Vegetationspunkt. Die auflaufenden Pflanzen kümmern, bei starkem Befall gehen die Pflanzen ein bevor die Keimblätter sich entfalten können. Die Fliege bildet bis zu drei Generationen in einem Jahr. Die Flug- und Befallszeit ist also nicht nur im Frühjahr sondern über den ganzen Sommer verteilt da nicht alle Fliegen einer Generation zur gleichen Zeit schlüpfen.
 
Die kritische Zeitspanne ist also die Zeit zwischen Säen und Auflaufen.
Diese Zeit gilt es kurz zu halten, also die Keimbedingungen zu optimieren.
Die optimale Keimtemperatur von Bohnen ist 25°C.
Die Keimdauer bei 20°C ist 11 Tage, bei 10°C 57 Tage. Kurz: je wärmer je besser.
Vor Mitte Mai auszusäen ist also risikoreich. Lieber später säen. Häufig gelingt die zweite oder dritte Aussaat besser und holt sogar den vorherige Kümmersatz ein. Am besten säen Sie wenn der Wetterbericht für die nächste Zeit eine Schönwetterperiode vorhersagt. Wo Frühfröste nicht zu befürchten sind können Buschbohnen bis Anfang Juli ausgesät werden, die Ernte ist dann ca. Ende September.
In Ihrem Fall, wo die überwinternden Puppen im Gartenbeet schlummern, wird diese Maßnahme nicht ganz ausreichen.
Im Gartenfachhandel gibt es Insektenschutznetze zu kaufen die verhindern, dass Fliegen die Kultur erreichen. Wählen Sie die feinmaschige Variante (o,8 x o,8 mm), legen Sie das Netz auf die gesäte Fläche aus und graben Sie den Rand leicht ein. Wichtig: wählen Sie für die Saat einen Platz wo im letzten Jahr keine Bohnenaussaat war! Dort hilft das Netz ja nicht da die Fliegen von unten kommen. Das Netzt kann nach dem Aufgang weggenommen werden und auf den nächsten Satz oder auf anderen Kulturen Verwendung finden.
Statt ein Netz können Sie auch ein Verfrühungsvlies nehmen, nur kann es in heißen Sommern darunter zu heiß werden. Für den Sommer sind die Luftporen in Vliesen zu klein.
 
Bohnen sollten flach gesät werden --> ein alter Gärtnerregel besagt: Bohnen müssen die Glocken läuten hören. Sie sind dann schneller oben, die kritische Zeit ist kürzer. Das ist vor allem wichtig bei Saatgut das schon zwei oder mehr Jahre alt ist oder aber nicht optimal gelagert wurde und also schon einen Teil der bei der Keimung nötigen Energie während der Lagerzeit verbraucht hat.
Außerdem ist Nässe zu vermeiden. Nässe fördert den Pilzbefall. Nasskalte Witterung bei der Keimung ist also besonders ungünstig.
 
Wenn das alles nichts helfen sollte, bleibt noch die Anzucht in Töpfen im Haus. Oder der Kauf von Jungpflanzen.
 
Da Sie keine Fotos mitgeschickt haben, besteht die Möglichkeit, dass ich mich täusche und es einfach Schnecken waren die an den Keimlingen gefressen haben. Die Fraßstellen werden leicht von Bodenpilze befallen und die Folge ist dann ebenfalls, dass die Saat nicht ordentlich aufgeht. Schnecken können aber auch später an die schon wachsenden und sogar an den blühenden Pflanzen zum Problem werden.
Schnecken kann man ködern und absammeln.
Zur Not auch mit dem Schneckenkorn Ferramol (im Ökoanbau zulässig) bekämpfen.
Gruss Peter Berg